
Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in vielen Ländern, und trotzdem sorgen sich manche Menschen über die Rückstände von Medikamenten, die in winzigen Mengen darin gefunden werden können. Ein häufig diskutiertes Beispiel ist Ibuprofen, ein weit verbreitetes Schmerzmittel. Aber wie groß ist die Gefahr wirklich, und sollten wir uns Sorgen machen?
Medikamentenrückstände im Trinkwasser – ein Blick auf die Zahlen
Die Konzentrationen von Medikamentenresten im Trinkwasser, wie Ibuprofen, sind verschwindend gering. Studien zeigen, dass die Werte oft zwischen 10 und 100 Nanogramm pro Liter liegen. Ein Nanogramm ist ein Milliardstel Gramm – kaum vorstellbar klein. Selbst bei einem täglichen Konsum von drei Litern Leitungswasser, was schon überdurchschnittlich viel ist, beträgt die aufgenommene Menge nur wenige Dutzend Nanogramm.
Um das ins Verhältnis zu setzen: Eine einzelne Ibuprofen-Tablette enthält 400 Milligramm – das sind 400 Millionen Nanogramm. Du müsstest also Jahrtausende lang Leitungswasser trinken, um eine einzige Tablette „zusammenzubekommen“.
Warum diese Spuren im Wasser kein Grund zur Sorge sind
Es gibt gute Gründe, warum die Rückstände im Wasser kaum gesundheitliche Auswirkungen haben:
1. Höchste Standards der Wasseraufbereitung: Kläranlagen entfernen bereits den Großteil der Medikamente aus dem Abwasser. Was übrig bleibt, liegt weit unter jeglichen Grenzwerten, die die Gesundheit gefährden könnten.
2. Die Dosis macht das Gift: Selbst Substanzen, die in großen Mengen problematisch wären, sind in extrem kleinen Konzentrationen unschädlich. Die Werte im Trinkwasser liegen oft weit unter den Konzentrationen, die selbst empfindliche Organismen beeinflussen könnten.
Leitungswasser bleibt eine sichere Wahl
Trotz der winzigen Spuren von Medikamenten bleibt Leitungswasser eine der saubersten und umweltfreundlichsten Möglichkeiten, sich mit Flüssigkeit zu versorgen. Es ist strenger reguliert als viele Flaschenwässer und hat eine ausgezeichnete Ökobilanz, da es keine Plastikverpackung benötigt.
Wer weiterhin Zweifel hat, kann zusätzlich auf Filteranlagen für den Haushalt setzen, aber die Notwendigkeit dazu besteht kaum. Die wissenschaftliche Datenlage zeigt deutlich, dass Leitungswasser sicher ist – und das gilt auch für die minimalen Medikamentenrückstände.
Anstatt sich zu fürchten, können wir stolz darauf sein, Zugang zu so hochwertigem Trinkwasser zu haben. Es gibt keinen Grund, auf Leitungswasser zu verzichten – im Gegenteil: Es bleibt die gesündeste, kostengünstigste und nachhaltigste Wahl.