Warum viele den Kalorienverbrauch beim Sport überschätzen

Für viele ist Sport eine der ersten Maßnahmen, um überschüssige Pfunde zu verlieren und fitter zu werden. Allerdings haben viele Menschen eine falsche Vorstellung davon, wie viel Energie sie dabei tatsächlich verbrennen. Die Annahme “Je härter ich trainiere, desto mehr Kalorien verbrenne ich” ist zwar nicht ganz falsch, wird aber oft dramatisch überschätzt. Hier erfährst du, warum das so ist und wie du deine Erwartungen realistischer gestalten kannst.

1. Wie viel verbrennst du wirklich?

Viele Fitness-Apps und Geräte geben oft Werte an, die über dem tatsächlichen Kalorienverbrauch liegen. So werden beim Laufen oft über 600 Kalorien pro Stunde angegeben – dabei ist der tatsächliche Verbrauch bei einem moderaten Lauf für eine durchschnittliche Person meist deutlich niedriger, eher zwischen 400 und 500 Kalorien pro Stunde. Intensive Einheiten, wie Intervall-Training oder Krafttraining, verbrauchen zwar mehr Kalorien, doch der tatsächliche Verbrauch hängt stark von Faktoren wie Körpergewicht, Geschlecht und Trainingsintensität ab.

2. “Nachbrennen” und Mythos Fettverbrennung

Einige Trainingseinheiten, wie z. B. Krafttraining oder HIIT, erzeugen einen sogenannten “Nachbrenneffekt” (EPOC), bei dem der Körper auch nach dem Training weiterhin Kalorien verbrennt. Dieser Effekt wird jedoch oft überschätzt: Er macht nur einen geringen zusätzlichen Verbrauch aus und ist keineswegs ein „Freifahrtschein“ für extra Kalorien. Studien zeigen, dass der Nachbrenneffekt bei den meisten Workouts nur etwa 6-15% des während des Trainings verbrannten Werts beträgt. Auch die Vorstellung, bei einem “Fettverbrennungstraining” viel mehr Fett zu verbrennen, als bei intensiven Übungen, ist ein Mythos – intensivere Einheiten verbrennen in Summe mehr Kalorien und auch mehr Fett.

3. Ernährung vs. Sport: Die Kalorienfalle

Die vielleicht größte Fehleinschätzung: Die Annahme, dass man sich durch Sport einfach „freischwitzen“ kann. Tatsächlich erfordert ein kleines Kaloriendefizit oft mehr Disziplin bei der Ernährung als beim Sport. Eine Tafel Schokolade mit rund 500 Kalorien lässt sich in wenigen Minuten essen – um sie zu verbrennen, bräuchte man etwa eine Stunde Joggen. Ohne bewusste Ernährung bleibt Sport allein oft weniger effektiv, als man denkt.

4. Realistische Ziele setzen und den Körper verstehen

Für einen effektiven Kalorienverbrauch ist es hilfreich, realistische Ziele zu setzen. Ein genauer Blick auf Trainingsmethoden und die Unterstützung durch Apps oder Fitness-Tracker kann helfen, sich nicht zu überschätzen. Letztlich geht es darum, den Sport als Teil eines gesunden Lebensstils zu sehen und nicht als alleinige Methode, um Kalorien zu verbrennen.

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