
Laufen zählt zu den beliebtesten Sportarten weltweit, aber eine Frage hält sich hartnäckig: Ist Laufen schlecht für die Gelenke? Besonders Menschen mit Übergewicht haben oft Bedenken, Joggen könne ihre Gelenke schädigen. Was sagen die Fakten und Studien dazu?
Laufen und Gelenkgesundheit
Die allgemeine Annahme, dass Laufen schlecht für die Gelenke sei, stammt wohl von der Vorstellung, dass die wiederholte Belastung beim Joggen – insbesondere für Knie und Hüften – den Verschleiß fördert. Doch die Wissenschaft sieht das differenzierter.
Mehrere Studien, darunter eine große Langzeitstudie der American College of Sports Medicine, zeigen, dass regelmäßiges Laufen nicht zwangsläufig zu Gelenkproblemen wie Arthrose führt. Im Gegenteil: Moderate Läufer haben oft ein geringeres Risiko für Gelenkverschleiß als inaktive Menschen. Der Grund dafür liegt unter anderem darin, dass Bewegung die Knorpelbildung fördert und die Muskeln stärkt, die die Gelenke stabilisieren.
Warum haben Menschen mit Übergewicht „Angst“ vor dem Joggen?
Menschen mit Übergewicht haben häufig Bedenken, dass das zusätzliche Körpergewicht ihre Gelenke übermäßig belastet. Diese Sorge ist nicht völlig unbegründet, da bei jedem Laufschritt eine höhere Belastung auf Knie und Hüften wirkt. Das Gewicht wirkt sich multipliziert auf die Gelenke aus – pro Kilogramm Körpergewicht können bis zu vier Kilogramm auf die Knie einwirken. Studien empfehlen daher, langsam mit dem Training zu beginnen, alternative Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren zur Ergänzung zu nutzen und auf die Körperhaltung zu achten, um Überlastungen zu vermeiden.
Fazit
Laufen ist in der Regel nicht schlecht für die Gelenke – auch nicht für Menschen mit Übergewicht. Entscheidend sind eine moderate Trainingsintensität, eine gute Lauftechnik und gegebenenfalls unterstützende Übungen. Wer sich unsicher ist, sollte mit einem Arzt oder Physiotherapeuten sprechen, um individuelle Empfehlungen zu bekommen.